Archiv für Juli 2011

Iwans Kindheit

Andrej Tarkowskij, Autorenfilmer aus der UdSSR, später Dissident, gehört mit Sicherheit in die Reihe jener Eliten, deren Blick schon immer gen Westen gerichtet war. Es gibt in seinen Filmen keine „russische Seele“ (auch nicht im Film über den Ikonenmaler Rubljow), keinen „Sowjetmenschen“, keine Nationaltypik. Weder moralische Bedürfnisse noch ästhetisches Geschmäcklertum werden bedient und es gibt vielleicht kaum einen Regisseur, der sich so wenig darum schert, sein Publikum gut zu unterhalten. So kann das Schauen zur Tortur werden. Das ist mir bei Stalker passiert: diese Schwere, dieser geheimnis- und effektlose Surrealismus, trostlose Fatalismus, diese Selbstzerknirschung und Humorlosigkeit, diese Ödnis und Einsamkeit. Auch der Verstand kommt mit so sprödem Stoff schwer zurecht.

Über seinem ersten großen Film, Iwans Kindheit aus dem Jahr 1962, schreibt ein Kritiker, er sei »eine einzige Obszönität. Ein Bub, der seine Angehörigen durch den Terror der Deutschen verloren hat, wird zum Pfadfinder der Roten Armee.«1 (mehr…)

Sweet Surrender


                      Was zaubert diesen Ausdruck in sein Gesicht?